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Der Arbeitskreis Asyl PrO kocht Marmelade

ein Beitrag von Beate Heitmeyer

Erdbeere 1

 

  73 Gläser Erdbeer- und 58 Gläser Johannisbeermarmelade standen am Ende des Nachmittages fertig zubereitet auf dem Tisch.

Gleich hinter dem Haus von Familie Wickemeyer stehen die endlos scheinenden Reihen von roten, schwarzen und weißen Johannisbeersträuchern. „Damit fangen wir erstmal an.“, sagte Jutta Wickemeyer, nachdem sie die 18 Frauen und 10 Kindern (und einen Mann) erneut auf ihrem Obsthof begrüßt und willkommen geheißen hatte. Auf Anfrage des Arbeitskreises Asyl PrO öffnete sie ein weiteres Mal die Tür zu ihrem Obsthof in Bad Holzhausen; heute, um den geflüchteten Frauen aus den verschiedensten Ländern zu zeigen, wie man in Deutschland Marmelade kocht. Vorher wurde aber erstmal geerntet, dabei war Naschen ausdrücklich erlaubt. Nach den Johannisbeeren waren die Erdbeeren dran. „Am Sonntag hatten wir keine einzige Erdbeere, die wir hätten verarbeiten können. Zum Glück sieht das heute schon wieder anders aus.“, erklärte Jutta Wickemeyer. Und dann ging es mit Trecker und Planwagen – sicher geführt vom Chef (Martin Wickemeyer) selbst - durch die Felder zum Standort der „späten Sorte“.

Erdbeere

Gleich nahm man den unverwechselbaren Erdbeergeruch wahr. Den Frauen wurde genau erklärt, wie man die süßen, roten Früchte fachgerecht pflückt, und dass man dabei vorsichtig durch die Reihen geht. Schnell waren die Körbchen voll von den großen reifen Erdbeeren, sodass auch hier noch Zeit zum Naschen war. Vor allem die Kinder konnten gar nicht genug bekommen, und die Frauen waren beeindruckt von den sauberen und aromatischen Früchten. „Das Stroh zwischen den Reihen ist nicht nur dazu da, dass man saubere Schuhe behält, sondern schützt die Früchte auch vor Nässe und Fäulnis.“

Erdbeere 5

Dann begann die eigentliche Arbeit des Tages, das Marmeladekochen. Zuerst mussten die Früchte vorbereitet und gewaschen werden, dann Hände gründlich waschen, Schürzen und Handschuhe wurden verteilt, danach ging es in die Küche. Mehr als eine Stunde wurde abgewogen, gerührt und in Gläser gefüllt. Die Frauen lernten, dass man beim Abwiegen „ganz genau sein muss“, und dass die Marmelade „genau 5 Minuten kochen muss, nicht 3-4 Minuten, sonst wird sie nicht fest.“, und dass „süße Früchte noch eine zusätzliche Gelierhilfe brauchen“. Jutta Wickemeyer war immer dabei, sprang zur Seite, half hier und da aus, gab gute Tipps und erläuterte gleichzeitig, wie wichtig Sauberkeit und Hygiene beim Einkochen ist.

Erdbeere 3

Am Ende standen 73 Gläser Erdbeer- und 58 Gläser Johannisbeermarmelade fertig zubereitet auf dem Tisch. Man wird sich in den Familien gerne an den schönen Nachmittag und den Duft auf dem Feld erinnern, wenn die Gläser zuhause geöffnet werden. Der Arbeitskreis Asyl PrO bedankt sich ausdrücklich bei Familie Wickemeyer für ihr Engagement und Ihr Entgegenkommen. Im Rahmen des Projekts 500 Landinitiativen war der Arbeitskreis bereits im Februar diesen Jahres eingeladen, den Betrieb und den Hofladen zu besichtigen.

 

Integration kann nur gelingen, wenn alle helfen! Die Familie Wickemeyer geht mit gutem Beispiel voran.

im Juli 2018