„Wir schaffen das!“, so lautet ein politischer Kernsatz. Vor Ort ist dazu wesentlich mehr notwendig als eine solche Ansage. Allerdings glauben wir als Mitarbeiter des AK Asyl an grundsätzlich dieses Motto.

Es bleibt jedoch viel zu tun, denn – wie meist im Leben – haben wir hier keinen schwarz - weiß-Kontrast, sondern vielschichtige Facetten. Die oft gerühmten Ärzte oder IT-Fachkräfte mit bester Ausbildung sind zwar vereinzelt auch unter unseren Flüchtlingen, doch eben auch Handwerker, Bauern, Händler, Jugendliche mit geringer Schul- oder Berufs-Ausbildung, Analphabeten. Diese Vielschichtigkeit stellt neben ständiger organisatorischer Neuausrichtung im politischen und verwaltungsrechtlichen Handeln eine Herausforderung dar, der wir uns stellen müssen.

Aus der Erfahrung mit den ersten Gastarbeitergenerationen und schlecht integrierten Flüchtlingen aus späterer Zeit wissen wir, dass wahrscheinlich nur möglichst rasche und weitgehende Integration der vielen Flüchtlinge verhindert, daß nicht später die negativen Ergebnisse dieser Unterlassung auf uns selbst zurückfallen. Der wichtigste und erste Schritt auf dem Weg zur Integration ist das Erlernen unserer Sprache. Aus diesem Grunde engagieren wir uns dafür. Warum wir? Es gibt doch viele Institutionen für diese Aufgabe. Im Prinzip stimmt das auch: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind schulpflichtig und erhalten, unabhängig vom Flüchtlingsstatus, auf jeden Fall sofort Unterricht. Anerkannte Asylbewerber bekommen sofort Deutschunterricht verordnet.

Aber bis zum Erreichen dieses Status können durchaus ein- bis anderthalb Jahre vergehen. In dieser Zeit müssen die Menschen, die Familien ihr neues Leben einrichten, mit dem Bus fahren, Einkaufen, Arztbesuche und andere Aufgaben erledigen. Dazu müssen sie sich verständigen können. Und dafür stehen wir, die ihnen diese Fertigkeit vermitteln wollen.

Wir werben um weitere Helfer, die sich dieser Herausforderung stellen wollen. Dabei geht es weniger um das Erlernen korrekter Grammatik, sondern mehr um pragmatische Erlernen einer grundsätzlichen Verständigungsmöglichkeit. Versuchen Sie es, lassen Sie sich nicht abschrecken. Die Dankbarkeit der Flüchtlinge, die ja auch nicht unbedingt hier sein wollten, aber angesichts von Krieg und Grausamkeit zu oft hier Schutz suchen mußten, wird es Ihnen lohnen.

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